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Gedanken einer Frau zum Thema Familie

Eine Familie reicht sich die Hände. In der Handinnenfläche halten sie ausgeschnittete Papierschnippsel in der Form von Menschen.

Die Moderne Frau. Wie ist sie? Was tut sie? Braucht sie niemanden mehr?

Die Emanzipation hat uns viele gute Dinge geschenkt. Unabhängigkeit, Freiheit, Selbstbestimmung und Offenheit. Vermeintlich. Sie hat uns aber auch Bürden auferlegt. Nun dürfen wir uns entscheiden. Karriere oder Kinder? Durch die Welt bummeln oder sesshaft werden? Partnerschaft oder der Job im Ausland? Wie lange zuhause bleiben bei den Kindern? Pflegeurlaub nehmen für einen Arztbesuch oder die Großeltern fragen, ob sie mit dem Kind zum Arzt gehen? Oder nicht entscheiden. Alles wählen, und dann sehen wie man alles unter einen Hut bringt. Irgendwann, wenn man schwache Momente hat, hört man dann: „Ihr wolltet es ja so. Emanzipation und so.“

Nach wie vor verdient der Großteil der männlichen Partner mehr als die Frau. Nicht immer gerechtfertigt, aber es ist so. Da stellt sich kaum die Frage, wer die Karenzzeit in Anspruch nimmt. Abgesehen davon brauchen Kinder in den ersten Monaten ihre Mutter mehr als den Vater, oder? Immerhin stillt die Mutter, somit hat sich die Natur schon etwas dabei gedacht, oder?

Unabhängigheit

Wie sieht also die große Unabhängigkeit der modernen Frau aus? Sie darf Familie gründen und Karriere machen. Was für ein Geschenk! Die Mutter ist also rundum für das Kind da, bis es in eine betreute Einrichtung gehen kann. Dann beginnt sie Teilzeit wieder zu arbeiten. Ganz Mutige gehen gleich wieder Vollzeit in ihren Beruf oder in ihre Selbstständigkeit zurück. Spätestens an diesem Punkt ist die Jungfamilie auf die Großeltern angewiesen. Sollte es keine geben, so wird sie viel Geld für die Kinderbetreuung ausgeben. Im Durchschnitt um die 20% des Gehalts. Das Haus ist gebaut, der Kredit läuft. Tick Tack.

Das Kind schläft nicht durch. Beide Elternteile sind müde und gereizt. Die kreativsten Argumente für Aufopferung habe ich bereits gehört. Er arbeitet mehr Stunden pro Woche, daher schläft er im Gästezimmer. So geht zumindest einer von uns ausgeschlafen zur Arbeit. Die Frau, in ihrer in die Wiege gelegten Aufopferungsrolle? Er holt die Kleine dafür vom Kindergarten ab. Dann kann ich nach meiner Arbeit noch einkaufen gehen und in Ruhe das Essen zubereiten. Hört sich eher nach einem geteilten Terminplaner an, als nach einer glücklichen Familie. Aha. Soweit, sehr gut geplant.

Die Scheidungsrate

Kinder entstehen aus Liebe heraus. Im besten Fall. Zwei Menschen begegnen sich, sie lieben sich und wünschen sich einen Teil des anderen vermischt mit den eigenen Genen. Wunderbar. Ein kleines Wunder. Oft werden sie unterschätzt, die kleinen Wunder. Welchen Einfluss sie tatsächlich auf unser Leben haben. Dass der Mann bei Ankunft des Kindes nicht mehr an erster Stelle steht, wird bei Seite geschoben. Wie könnte sie auch anders. Es gibt nun ein kleines hilfloses Wesen, das auf sie angewiesen ist. Und nur auf sie! (Laut ihr) Er kommt nach Hause, weiß nicht recht, wo er mithelfen soll. Vielleicht am besten, er geht in seinen Hobbyraum, um sie nicht noch mit seinen Problemen zu belasten. Wo sie doch schon so viel mit dem Kleinkind zu tun hat. Sie, sauer, dass er sich verzieht und nicht fragt, ob er helfen soll. Ganz vergessen, dass er bereits des Öfteren gefragt hat. Sie bei sich aber intuitiv handelte und meinte, bei ihr schliefe das Kind schneller ein. Somit zum nächsten Thema…

Abgeben

Ja, das Abgeben fällt uns Frauen besonders schwer. Bei der ganzen Entwicklung haben wir total auf die Männer vergessen. Wir sind dabei, uns neu aufzustellen, uns zu entwickeln und leben unsere Emanzipation. Und die Männer? Welche Rolle haben sie inne? Wie ist der moderne Mann? Verzichtet er auf Karriere und widmet sich der Familie? Ist er dann unmännlich? Er will auch Zeit mit seinem Nachwuchs verbringen, aber bekommt er vielleicht oft genug das Gefühl vermittelt, nicht gebraucht zu werden? Zum nächsten Thema…

Die Männer

Die Entwicklung der emanzipierten Frau schritt voran. Doch die Männer hatten keine „Männerbewegung“. Sie mussten sich Schritt für Schritt anpassen und manchmal habe ich das Gefühl, bis heute ist manchen von ihnen nicht klar, was die Gesellschaft von ihnen erwartet. Wobei die Gesellschaftserwartungen keine Rolle spielen sollten. Tun sie aber, für die meisten Menschen. Nun kommt der Mann nicht nach Hause und setzt sich zum gedeckten Tisch. Der Mann kommt nach Hause und soll mithelfen. Er ist vielleicht auch müde von der Arbeit und hat von dort Sorgen mitgenommen. Aber erwartet wird nun Mithilfe, wo er vor zwanzig Jahren noch Entspannung fand. Er war einmal der Held der Familie, weil er sie ernährte. Er allein brachte das Geld nach Hause und bekam dadurch Dankbarkeit und Ansehen von seiner Familie. So. 2021. Geld verdienen? Können wir Frauen mittlerweile selbst. Ich spreche mich nicht gegen die Emanzipation aus. Jedoch bin ich der Meinung, dass wir auch den Männern die Zeit und den Raum bieten sollten, ihre Rolle neu zu sortieren. Der Fokus lag und liegt nach wie vor zurecht auf uns Frauen, was die Gleichbehandlung angeht. Doch zu einer Partnerschaft und Familiengründung gehören immer zwei Menschen. Stereotype Rollenverteilung war gestern, heute sollten wir den Männern Verständnis entgegenbringen und sie unterstützen, so auch im umgekehrten Fall. Auf der Suche nach ihrem Platz in der Familie. Auf hartem Weg mussten sie lernen, dass nun mehr zu einer Beziehung dazugehört, als Geld verdienen und gute Gene. Wir Frauen sollten lernen, sie mal machen zu lassen. Sie können für ihre Kinder sorgen, nicht nur in finanzieller Hinsicht. Wenn eine Mutter dem Vater nie seine Verantwortung überlässt, wie soll er sich als Vater verantwortlich fühlen? Liebe Frauen, gebt den Kindern ihre Väter. Sie schaffen das! Habt ein wenig Vertrauen.

Sagen was man tatsächlich will….

Uns Frauen wurde einiges auferlegt. Wir schaffen alles. Wir brauchen niemanden. Unsere Kinder brauchen uns. Wir sind unabhängig und frei. Wunderbar. Aber wir sind nicht die Einzigen, die unsere Kinder brauchen. Auch Männer schaffen es, mal ein paar Stunden auf einen Säugling aufzupassen. Manchmal frage ich mich, ob uns Mutter Natur das schlechte Gewissen eingebaut hat, um dafür zu sorgen, dass wir unsere Kinder nie im Stich lassen. Aber ich glaube, so böse ist Mutter Natur nicht. Warum darf man nicht aussprechen, wie anstrengend oder schwierig ein junges Familienglück sein kann? Warum darf man nicht aussprechen, dass man einfach mal eine Pause braucht? Warum darf man nicht aussprechen, dass man sich die Paarzeit zurückwünscht?

Aussprechen heilt….

Sich zu sagen, was einem überfordert reicht in einer Partnerschaft oft schon aus, um sich wiederzufinden. Es gibt keinen größeren Beziehungskiller als Schweigen. Wenn man nicht mehr weiß, was in seinem Partner vorgeht, ist man sich nicht mehr nahe.

Diese Frauen die alles schaffen…

Dann sieht man sie. Die Frauen mit Kindern, die morgens vor der Arbeit noch joggen gehen und ein Unternehmen führen. Spätestens dann fühlt man sich beschissen. Wie schafft sie das bloß? Wo sind ihre Kinder zu der Zeit? Wie schafft sie es, dass sie bei drei Kindern noch so gut aussieht? Frauen. Sie können alles. Sie können aber auch alles auf der bösen Seite. Vielleicht hat diese Frau ziemlich viel geopfert. Vielleicht auch nicht. Vielleicht hat sie reich geheiratet aus Liebe. Und nun hat sie das Privileg einen Mann zu haben, der morgens keinen Stress hat und auf die Kinder achtet, während sie ihren geliebten Morgensport nachgeht. Vielleicht hat sie aber auch nur reich geheiratet, um sich einmal in ihrem Leben sicher zu fühlen. Vielleicht sieht sie die Affären ihres Mannes und weiß, dass es sich um eine Showehe handelt. Was wissen wir schon über die Menschen, die wir sehen? Im Außen. Und maßen uns an zu urteilen, gar zu verurteilen und uns diese unbekannten Menschen als Maßstab zu nehmen?

Sollten wir Frauen, nachdem unsere Ahnen so hart dafür gearbeitet haben, nicht unsere eigene Wirklichkeit erschaffen? Wir brauchen keine Vorbilder, wir brauchen keine Urteile. Was wir brauchen, ist die Nähe zu uns selbst. Die Zeit für uns selbst und für die Menschen die wir lieben. Der Druck der Gesellschaft? Den sollen die tragen, die sich das selbst zumuten.

Auf der Hut….

Seid einfach auf der Hut. Beschützt eure Liebe. Ein Kind ist ein Geschenk. Damit es eines bleibt, solltet ihr eure Liebe und Nähe in der Partnerschaft bewahren. Um das zu ermöglichen, bedarf es loszulassen. Von den vorgefertigten Rollen. Von den Erwartungen der Gesellschaft… Findet euer eigenes Tempo und vor allem, findet eure Zeit für euch…

Für alle Mütter und Väter da draußen, die sich nicht die Zeit für die Liebe nehmen. Euer Kind ist das Zeichen eurer Liebe. Pflegt eure Liebe, hört einander, seht einander, liebt einander und das Kind wird alles haben, was es braucht.

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